Amaro Ameise

Jedes Ribisl zählt!

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Energiearbeit für einen Toten
19.12.2019 23:59

Nachdem ich heute nochmal einige Stunden investiert habe, um die Gedenkstätte für den getöteten Feuerwehrmann Roland S. zu verschönern, sieht das Ganze nun wieder einigermaßen ansehnlich aus, der Helm des Feuerwehrmannes ist nun eingebettet in ein Meer aus Blumen, alle leeren Kerzen sind entsorgt und auch der meiste Müll ist aus der Baumscheibe entfernt, nachdem ich hunderte Kippen, Kronkorken, Scherben und sonstige Kleinteile auflas, bevor ich die Blumen, die fast alle eingepackt und zusammengepresst auf einem Haufen lagen, ausgepackt und über die ganze Fläche verteilt habe.

Während meiner Aufräumarbeiten am Nachmittag hörte ich neben mir einen Mann zu einer älteren Dame sagen: "Beim Hitler hätte es so etwas nicht gegeben. Ich würde mir manchmal wünschen, dass man mit solchen Leuten (gemeint war der Täter) kurzen Prozess macht, wie damals im III. Reich." Ich fragte ihn etwas lauter, ob die Leute, die sich was vom Hitler wünschen, Nazis sind, was dazu führte, dass alle umstehenden Passanten mit offenem Mund ganz verdutzt und betroffen schauten. Später, als er noch einige Kerzen für seinen Führer anzündete, warnte ich ihn davor, sich manche Sachen nicht zu laut zu wünschen, denn manchmal gehen Wünsche auch in Erfüllung und wenn seine gewünschte Nazidiktatur kommen würde, dann würden er und seine Nazi-Kollegen ganz viel weinen.

Wie gedenkt man eines Toten?
Ruhe in Frieden, Roland S.

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