Amaro Ameise

Jeder Quadratmeter zählt!

2018 April

01.04.2018 Meine Methode

Als Ausgleich zu meinem Beruf brauche ich hin und wieder "etwas" Auslauf, was dann manchmal so aussehen kann, dass ich mir spontan irgendeinen Müllkübel im Stadtgebiet aussuche und dann einfach anfange, mehr oder weniger kreisförmig um den Müllkübel herum den Müll aufzulesen, bis er voll ist. Heute war ich am Wertachufer in der Nähe der Brücke an der Ecke Gollwitzerstraße/Lutzstraße, wo Unmengen von Scherben, Plastikmüll, Hundekot und einiger anderer Unrat den Uferbereich zierten. Wenn mir dann nach ein paar Stunden der Rücken vom Bücken weh tut, wende ich mich etwas nach oben. Und zwar reiße ich dann Plastik-Aufkleber ab, die ein Heer von Plastikfetischisten im ganzen Stadtgebiet verteilt hat. Diese Arbeit ist gut für den Rücken, weil ich mich oft strecken muss. ;-) Ein paar trotzige kleine Punkerkinder haben immer noch nicht gemerkt, dass es nichts nützt, gegen mein Kunstwerk "Augsburg ohne Scheiß-Aufkleber" anzukämpfen, weil ich um Längen schneller bin ... Also JungsInnen, Eure Aufkleber sind sinnlose Energieverschwendung, hört jetzt endlich auf damit.

Hier ein Aufkleber der trotzigen kleinen Punkerkinder:

02.04.2018 Vorsicht: Spritzen an der Wertach!!!

Heute habe ich noch mal ein paar Stunden an der Wertach zugebracht, weil der Müllkübel noch nicht voll war. Jetzt ist er randvoll gefüllt und daneben liegt noch eine Matratze sowie andere Utensilien. Ein kleiner Appell an Eltern mit Kindern: Am Wertachufer liegen mitunter auch gebrauchte Spritzen! Das betrifft nicht nur die Bereiche unter und neben den Brücken, sondern weite Teile des Ufers!!!!!!! Bitte beaufsichtigen Sie Ihre Kinder und lassen Sie im hohen Gras oder dichtem Efeu besondere Vorsicht walten, denn ein Piks kann ausreichen, um das Leben oder die Gesundheit zu ruinieren. :-( In den letzten vier Jahren habe ich schon etwa 100 Spritzen aus den Uferbereichen herausgeholt. Neben der Brücke habe ich auch einige der Aufkleber wiedergefunden, die vormals am Geländer oder einer Straßenlaterne aufgeklebt waren. Sie hatten sich wohl gelöst und waren heruntergesegelt, was zur Folge hat, dass der Fluss sie beim nächsten Hochwasser mitnimmt und sie dann ihren Teil zur Verseuchung der Weltmeere mit Plastik beitragen werden. Aber auch, wenn sie dort am Ufer liegen bleiben würden, wären sie in ein paar Jahren, hauptsächlich durch die UV-Strahlung der Sonne, in kleine Teilchen zerlegt, die dann als Mikroplastik unabsehbare Folgen in der Natur verursachen, was ich als Anlass nahm, nicht nur die Aufkleber aus dem Uferbereich zu entsorgen, sondern auch alles, was dort nicht hingehört, vom Geländer, den Laternen und auch den Straßenschildern zu entfernen. Während ich das tat, sprach mich ein junger Mann an, den ich kurz zuvor aus dem Augenwinkel dabei beobachtete, wie er einige Meter weiter einen Aufkleber an eine Laterne anbringen wollte. Immerhin nimmt der junge Mann die Rückseiten wieder mit, das ist ja schon ein großer Fortschritt. Eigentlich haben wir uns gut unterhalten, aber von seinem, wie ich meine, langweiligen Hobby, den ganzen Abend herumrennen und Aufkleber pappen, hat er nicht abgelassen, weshalb ich später noch einmal zurückgekommen bin und einige seiner Aufkleber wieder entfernt habe. Das ist mein Hobby. Vielleicht sollte ich den Jungs mal einige meiner Hobbys (z.B. Guerilla-Gardening) näher bringen, es würde ihnen bestimmt Spaß machen, nicht nur weil es illegal ist ;-), sondern weil man sogar etwas repariert, statt die Umwelt zu vermüllen oder, wie ich neulich gesehen habe, als ich zufällig am Jugendzentrum in der Kanalstraße 15 vorbeikam, in irgendeinem dunklen Hinterhof rumzuhängen und nicht nur von den Lackfarben beim Sprayen, sondern auch von ein paar halben Bier breit werden, da muss ich mich doch fragen, ob nicht auf solcherlei Weise jede Kreativität abgetötet werden kann, aber es scheint erklärtes Ziel der Stadt bzw. des Stadtjugendrings zu sein, erstens den Horizont der Jugendlichen auf BMX-Fahren, Skaten und Sprayen zu verengen und zweitens den Leuten gleich im jungen Alter beizubringen, daß man die Natur möglichst großflächig und nachhaltig zerstören soll.

Gereinigtes Gebiet:

06.04.2018 Die Kröte in der Tüte

Nachdem wir im Wittelsbacher Park nun schon zwei mal Igel aus einer Mülltüte befreien mussten, war jetzt eine Kröte an der Reihe, die sich im Teich beim Biergarten in einer Plastiktüte verfangen hat und die, genau wie die Igel, elendig zugrunde gegangen wäre, wenn ihr niemand geholfen hätte. Ein kleiner Appell an die "Freizeitnutzer" des Parks: Bitte heben Sie jeglichen Müll, den Sie dort verursacht haben, wieder auf und entsorgen Sie ihn ordnungsgemäß in einer der vielen Mülltonnen, auch Kippen und Kleinteile, ich habe schon Enten und andere Vögel Kippenstummel fressen gesehen. Ein paar Stunden bin ich noch so durch die Nacht getingelt und dabei ist wieder eine Menge Müll aus den Naturflächen der Stadt verschwunden, u.a. auch wieder neue Plastik-Aufkleber vom Lausebengel "Mista Sed", der seine "Wuffelpuffelz" wie am Fließband in der ganzen Stadt klebt (kleben lässt?).

Bald werden sie ausgestorben sein: Die "Wuffelpuffelz":

11.04.2018 Spaziergang in Pfersee

Liebe Pferseer, falls Sie sich wundern, warum immer mehr Müll aus den Grünflächen Ihres schönen Stadtteils verschwunden ist, so könnte das auch daran liegen, dass ich immer mal wieder auch bei Ihnen spazieren gehe und die Natur aufräume, so wie ich das in der letzten Nacht getan habe. ;-)

12.04.2018 In München blüht es schon

Und während ich in Augsburg noch dabei bin, den Müll aufzulesen und die Aufkleber abzureißen, sind in München die Narzissen, die ich vor wenigen Monaten an der Isar eingepflanzt habe, aufgegangen. In Augsburg ist das leider schlecht möglich, weil OB Gribl dort lieber Parks plattwalzt und vermüllt.

Narzissen am Isarufer:

14.04.2018 Liebe Müllpenner: LMAA

Während Ordnungsreferent Dirk Wurm (SPD) am Ostersonntag für ein ordentliches Besäufnis sorgte, wurde es dadurch in den zwei darauffolgenden Wochen um den Plärrer herum etwas unordentlicher, weil viele der durch Herrn Wurms Bieranstich zum Saufen animierten Leute überall ihren Müll herum schmissen, kotzten, kackten und pissten, wo sie gerade gingen und standen. Wie jedes Jahr halt ... Auf der Wiese gegenüber an der Langenmantelstraße zwischen Holzbachkanal und McFit/KIK habe ich die ganze Nacht lang aufgeräumt, weil es dort aussah, als wenn eine Bombe eingeschlagen hätte.

Gestern (19.04.) habe ich noch einmal die Grünfläche gegenüber des Plärrers inspiziert, um sicher zu gehen, dass es sich bei dem Gelände nicht um eine, wie manche A...lö..er meinen, Müllhalde handelt. Ich hatte ja nachts aufgeräumt und in der Dunkelheit kann man da schon mal was verwechseln, doch siehe da, es war wirklich eine Wiese, auf der sogar Blütenpflanzen und eine gewisse Artenvielfalt zu sehen waren, angefangen bei Gänseblümchen, Storchschnabel, Spitzwegerich und einigen anderen ...

Eigentlich war die Wiese ein einziges Blütenmeer:

Übrigens könnte man die Gänseblümchen auch für einen Salat verwenden, denn alle Pflanzenteile sind essbar, aber nachdem so viele Leute diese Fläche als Toilette missbraucht haben, verkneife ich mir das, weil ich beim Essen des Salats an pissende Lederhosenträger und kackende Dirndlträgerinnen denken müsste, was mir nicht unbedingt den Appetit steigern würde. Das verstehen Sie doch, oder?

Auch andere Pflanzen waren dort zu finden:

Auch der Spitzwegerich ist essbar und eignet sich zur Zubereitung in Salaten. Außerdem ist er eine Arzneipflanze, der u.a. als reizmildernder und leicht hustenlösender Tee verwendet oder bei kleinen Entzündungen (Insektenstich, Pickel und auch Brennesselkontakt) zerrieben aufgetragen werden kann.

Hirtentäschel (Capsella); (Kleine Blüten im Vordergrund):

Schafgarbe (Achillea); (gefiederte Blätter):

Man kann die Blüten von nicht vollgekotzten Taubnesseln zupfen und den Nektar aussaugen. Lecker!!!

Bei kleinen Dingen muss man genauer hinschauen:

Bei meinem kurzen Aufenthalt (ca. 25 min.) sind mir noch einige andere Pflanzen (u.a. Flechten und Moose) und auch Insekten (u.a. Kohlweißling) aufgefallen, die ich aber nicht alle fotografiert habe, außer einer Wespenbiene, die Sandbienen parasitiert, was dort deren Vorkommen vermuten lässt.

Wespenbiene (vermutlich Nomada bifasciata, die die Dicke Sandbiene (Andrena gravida) parasitiert):

Schlussendlich kann man sagen, dass ich unter dem ganzen Plärrermüll einen Magerrasen vorgefunden habe, der die Qualität eines Biotops besitzt und deshalb viel weniger vermüllt, plattgetrampelt und gemäht gehört, denn in der heutigen Zeit ist es wichtig, jeden Quadratmeter Natur zu schützen, um (Wild-)Bienen, Hummeln, anderen Insekten sowie Pflanzen einen Raum zum Überleben zu bieten, denn wir müssen der fortschreitenden Umweltzerstörung und dem Aussterben von Arten entgegenwirken.

Den Müllpennern hatte ich zum Schluss noch eine Nachricht dagelassen:

Nur noch wenige trauten sich danach, Kaffeebecher und anderen Müll dort zu entsorgen, immerhin!!!