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2017 November

01.11.2017 Die Obdachlose ältere Dame

Heute musste ich zum Geldautomaten, wofür ich zur Deutschen Bank am Königsplatz Augsburg ging. In der Bank stand eine ältere Dame, nach ihrem Gepäck zu urteilen, offenbar wohnungslos und arm. Ganz oft in meinem Leben passierte es mir schon, dass Menschen, die sich in solcherlei Notlagen befanden, auf mich zukamen und reden wollten, meistens gar nicht, um etwas von mir zu bekommen, sondern weil sie einfach nur jemanden brauchten, der ihnen zuhörte. So war es auch diesmal wieder. Aus einem Smalltalk wurden einige Stunden, in denen ich alles über diese Dame erfuhr, wie sie die Kindheit im Krieg verbrachte, wie die Jahre des Aufbaus ähnlich hart waren, wie sie nach langem Kampf ums Leben auch heute noch von den Geistern ihrer teils schrecklichen Vergangenheit eingeholt wird. Ich merkte von Stunde zu Stunde, wie die Dame auftaute und sogar wieder lachen konnte, was für mich dann der richtige Zeitpunkt war, mich von ihr zu verabschieden und nach Hause zu gehen. Aber auf dem Heimweg hatte ich das Gefühl, dass noch eine Kleinigkeit fehlt. Da fiel es mir ein. Ich hatte ja gesehen, dass sie zwischendurch nur ein paar Scheiben trockenes Brot aß und deshalb wollte ich ihr einen Brotzeitbeutel zusammenstellen. Ich plünderte den Kühlschrank, schmierte ein paar Brote mit Wurst und Käse, legte noch ein paar Tomaten, Weintrauben und - als Notgroschen - eine kleine Dose mit 70,- € hinein, denn ich wusste, dass man ihr den Ausweis gestohlen hatte und der ist nicht so ganz billig, weshalb ich diesen Betrag als angemessen erachtete, damit sie nicht noch mehr Probleme bekommt, nur weil ihr der popelige Ausweis abhanden gekommen war. Sie freute sich sehr und weinte sogar ein bisschen und ich nahm sie zum Abschied noch einmal in meine Arme. Mehr konnte ich leider mit meinen Möglichkeiten nicht tun, aber ich glaube, daß es ausreichend war.

11.11.2017 Der Augsburger Presseball

Während die Schönen und die Reichen sich in der Kongresshalle den Wanst vollfraßen und soffen und sich selbst und gegenseitig lobten, bis es schon in der halben Stadt nach zuviel Eigenlob stank, habe ich rund um die Kongresshalle mal wieder aufgeräumt. Nach vergangenen Aktionen ist die Müllmenge so gering geworden, dass ich den Radius schon auf 2 Kilometer vergrößern musste, um eine gewisse Menge zusammen zu bekommen. Mehrere Schubkarren, größtenteils gefüllt mit Sperrmüll, zieren nun die Ecke am Radweg schräg vor der Kongresshalle, wo ich schon einige Male Müllgebirge auftürmte.

Fahrrad, gefangen in Beton:

Einer räumte sein Büro aus:

Nachdem die Schönen und die Reichen die Kongresshalle verlassen haben, bin ich dort noch einmal spazieren gegangen. Rund um den Eingangsbereich lagen Berge von Müll, hauptsächlich Lebensmittel. Was für eine Heuchelei, saufen und fressen bis zum Platzen, so dass man sein Essen schon auf die Straße schmeißen muss, aber armen Menschen helfen wollen. Kleiner Tipp: Fresst weniger. Danke.

Gleich beim Rauskommen schon weggeschmissen: Brötchen (Semmeln)

Das waren aber nicht die einzigen weggeschmissenen Lebensmittel, hier noch mehr:

Geile Wegwerf-Party, oder?

Nach einer langen Party-Nacht mein gesammelter Schrott aus Augsburgs Grünflächen um 07.30 Uhr:

Ich hatte viel Spaß und kein schlechtes Gewissen, weil ich keine Lebensmittel weggeschmissen habe.

Übrigens: Danke Presseball für die Flasche Bio-Glühwein, die einer Eurer Gäste weggeschmissen hat:

Falls Sie Augsburger sind und sich auf ähnliche Weise für eine saubere Umwelt einsetzen möchten, können Sie auf die kompetente Mithilfe des AWS im Rahmen der Kampagne "Sauber ist In" zählen. Leider ist die EMail-Adresse des Sauber-ist-In-Teams seit ein paar Monaten aus unerfindlichen Gründen für mich unerreichbar, weshalb ich mich per EMail direkt an den AWS gewendet habe:

Zunächst teilte mir eine Frau H. mit, dass sie meine Mail weiterleitete, wofür ich mich bedankte:

Dann stellte mich eine andere Dame in die kriminelle Ecke und drohte mir so ein kleines Bisschen:

Das konnte ich so nicht auf mir sitzen lassen, schrieb deswegen zurück und fügte ein Video an:

Eine Frau M. widerum relativierte die Drohung und verwies mich auf den offiziellen Dienstweg:

Also ich fasse mal kurz zusammen:

Wenn ich z.B. in der Grünfläche am Straßenrand eine weggeworfene Zigarettenschachtel finde und möchte, dass diese dort verschwindet, so darf ich sie nicht selbst aufheben, weil ich dann erstens (Müll-)Diebstahl begehe, weil der Müll dem Eigentümer des Grundstücks gehört und ich ja auch gar nicht dafür zuständig bin. Also muss ich die Stadt Augsburg bzw. den AWS darüber informieren. Da die Stadt Augsburg bzw. der AWS so wenig Personal und Ressourcen übrig haben, den Müll zeitnah zu entfernen, geschweige denn, den Eigentümer des Geländes darüber zu informieren, dass der doch bitte den Müll von seinem Gelände entfernt, sofern dieser überhaupt ein Interesse daran hat, was meistens wohl eher nicht gegeben scheint, gleichzeitig aber so viel Personal und Ressourcen übrig haben, dass sich drei verschiedene SachbearbeiterInnen tagelang eine EMail-Schlacht mit jemand liefern, der einfach nur möchte, dass ein paar Teile Müll aus ein paar Grünflächen verschwinden, gehe ich davon aus, daß ich bis zum Sanktnimmerleinstag auf die Entfernung der Zigarettenschachtel warten kann, wobei ich davon ausgehe, dass die drei mit der EMail-Schlacht beschäftigten immense Kosten verursachen, die dann unter Umständen auf die Müllgebühren für alle aufgeschlagen werden.

Fazit:

Ich schreibe keinem Bürokraten mehr eine EMail, sondern räume einfach weiter in meinem Sinne auf!

+++ 15.11.2017 Ein Döner und zwei Bier für jeden +++

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25.11.2017 Die Aufkleber-Schlacht

Im Antonsviertel schien jahrelang eine Schlacht stattzufinden, und zwar zwischen rechtsradikalen und linksradikalen Leuten, die als Waffe Aufkleber benutzt haben, um ihre jeweilige Ideologie mit diesem Propagandainstrument zu verbreiten. Ich habe diese Leute einfach kurzerhand entwaffnet. Nicht nur im Antonsviertel, sondern auch im Domviertel und vielen anderen Stellen der Stadt habe ich die Aufkleber einfach abgerissen und in der nächsten Mülltonne entsorgt, denn diese reißt keiner mehr ab und so lösen sie sich mit den Jahren langsam auf und gelangen als Mikroplastik in die Natur. Mista Sed's Aussage über seine "Wuffelpuffelz", "Ich wollte gerne eine Figur ... die aber kein Fließbandprodukt ist", ist anhand seiner fließbandartigen Aufkleber-Verklebung leicht zu widerlegen.

Kleben wie am Fließband: "the wuffelpuffelz":

Auch hier geht es um Sachbeschädigung:

+++ 30.11.2017 Das einstimmige Ergebnis +++

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