www.amaroland.de

Wir reparieren Ihren Planeten!

2016

03.01.2016

Der Parkplatz neben dem Tennisplatz in der Stadionstraße ist immer wieder Anziehungspunkt für illegale Müllentsorger. Nachts ist es dort sehr ruhig, weshalb im Schutz der Dunkelheit nicht nur Fastfoodverpackungen und anderer Partymüll von dort feiernden jungen Autofahrern, sondern auch regelmäßig Sperrmüll abgeladen wird. Alle paar Monate räume ich dann mal alles dort raus:

27.01.2016 Dank für Ehrenamt

Heute kam ein Schreiben vom Amt für Grünordnung wegen meiner ehrenamtlichen gärtnerischen Betätigung am Nymphenbrunnen. Einen kurzen Moment habe ich schon überlegt, ob ich das Angebot annehmen soll, mein Engagement wegen der dort herrschenden Schwierigkeiten (Ständig trampeln Leute durch die Beete und reißen die Blumen ab, einmal lag sogar ein Plärrerbesucher in den Blumen und schlief dort) zu beenden, aber ich entschloss mich, weiterzumachen. Aufgeben kann ich später.

01.02.2016 Gong - Erste Runde

Immer wieder schmeißen irgendwelche Deppen ihren Müll in den Nymphenbrunnen am Plärrer. Bis zur Wasserkante habe ich schon mal alles zusammengefegt und im nächsten Mülleimer entsorgt.

16.02.2016 Gong - Zweite Runde

Da es wenig geregnet hat, verdunstete das im Nymphenbrunnen stehende Wasser und ich konnte trockenen Fußes schon mal bis etwa zur Hälfte weiter reinigen. Da kam wieder ein großer Müllsack voll zusammen. Dann habe ich Herrn Billenstein vom Bauamt noch einen kleinen Hinweis dagelassen.

26.02.2016 Die Wertachbrücke

Fasziniert war ich, als ich in Oberhausen von der Wertachbrücke herunterschaute. Es sah aus wie die Müllhalde, die ich am Rande von Urmar-Tanda (Indien) im Jahre 2004 bewundern durfte, außer dass die Kinder fehlten, die in dem Müllhaufen nach verwertbaren Sachen suchen. Ich höre ja immer wieder, dass "es in vielen Ländern nicht solch eine Infrastruktur wie z.B. Müllabfuhr gibt", insofern wundert es mich umso mehr, dass in Deutschland, wo es ja diese Infrastruktur gibt, solche Haufen überhaupt möglich sind. Es liegt offenbar nicht an fehlender Infrastruktur. Woran liegt es dann?

27.02.2016 Der erste Haufen

Heute habe ich schon mal an der Südseite der Brücke angefangen, den Müll zusammenzutragen. Ich wusste nach ein paar Stunden schon, dass es mal wieder ein mittleres Großprojekt werden würde ...

04.03.2016 Der zweite Haufen

Es war noch nicht alles, aber immerhin habe ich mich schon bis zur Mitte der Brücke Richtung Nordseite vorgearbeitet. Die vielen Passanten, die von oben herunterschauten, hatten eine Menge Fragezeichen über ihren Köpfen schweben, weshalb ich noch ein paar Kreidehinweise hinterließ.

13.03.2016 Zwischenbilanz (Wertachbrücke)

Nachdem ich nun auf der Nordseite angekommen bin, hier ein Video und ein paar Bilder der Aktion:

14.03.2016 Das erste Gänseblümchen

Auf dem Weg zur Brücke kam ich noch beim "Norma", vorbei, weil ich noch eine Kleinigkeit einkaufen wollte, da sah es mich ganz traurig aus einem Wust vertrockneter und vernachlässigter Pflanzen an, die im Eingansbereich ihr kümmerliches Dasein fristeten. Mit seinen letzten zwei noch intakten Blütenköpfchen zwinkerte es mir zu und bettelte mich an, es doch mitzunehmen, das Gänseblümchen. Ich hatte Mitleid und nahm es mit, um es in meinem neuen Garten an der Brücke einzupflanzen, doch ich musste erst noch umgraben und den Müll, der sich unter der Erdoberfläche befand, herausholen. Allein aus dem ersten Quadratmeter habe ich noch einmal eine halbe Schubkarre mit Bauschutt und einen dreiviertel Sack Hausmüll, den einige Idioten von der Brücke geworfen hatten, ausgegraben.

08.04.2016 Der Farbeimer

Nachdem ich vor ein paar Tagen noch ein wenig den Müll aufgeräumt hatte, kam ich auf dem Weg nach Hause oben an der Brücke vorbei. Genau in diesem Moment fiel jemandem auf dem Bürgersteig neben dem Brückengeländer ein voller Farbeimer mit Wandfarbe herunter und platzte auf. Die Farbe lief heraus und über den Bürgersteig. Jeder normale Mensch hätte den Farbeimer in den nächsten Mülleimer geworfen, doch nicht so dieser "Mensch", er warf den auslaufenden Eimer einfach über das Brückengeländer herunter, so dass unterhalb der Brücke alles über und über mit Farbe bespritzt war. Ich zog resigniert von dannen und beschloss, wiederzukommen, wenn die Farbe getrocknet ist. Ich brachte dann den kleinen Laubbesen und einen Eimer mit. Zwischen den Eisenbahnschwellen war sowieso alles übersät mit Kippen, Scherben, ausgelaufenen Walkman-Batterien, Heroinspritzen und allem, was man sonst noch gerne ohne Handschuhe anfasst, weshalb ich den ganzen Dreck einfach zusammenkratzte. Mit den lackierten Steinen konnte man ganz gut schreiben, was dann so aussieht:

09.04.2016 Der zweite Quadratmeter

Heute habe ich an der vorderen Mauer schon den zweiten Quadratmeter umgegraben und ein paar Pflänzchen, die ich noch übrig hatte, wegen der fehlenden Artenvielfalt eingepflanzt. Aus diesem Quadratmeter holte ich noch mal eine ganze Schubkarre Bauschutt und einen ganzen Sack Müll raus.

14.04.2016 Schon fünf Meter

Nach den ersten zwei Quadratmetern war es viel leichter, umzugraben, weil dort kein Bauschutt incl. zentnerschwerer Betonklötze mehr zu finden war, weshalb ich jetzt schneller voran kam. Ich wunderte mich nicht wirklich, dass dort fast nichts wuchs, weil alles unter dem vielen Müll erstickte. Dem Gänseblümchen schien es übrigens sehr gut zu gefallen, weil es schon so monumental groß war.

16.04.2016 Der Garten

Die Beschriftung mit dem Wort "Garten" und das Pflanzen von Blumen hat bewirkt, dass statt zehn Müllteilen am Tag nur noch zwei Teile heruntergeworfen wurden. Das war ein wirklich großer Erfolg. Übrigens, die Pflanzen fanden wir bei einem Spaziergang auf dem Friedhof in den Abfallbehältern.

30.04.2016 Die kleine Abwechslung

Ich musste mal was anderes sehen, als immer nur die Wertachbrücke. Außerdem wartete das Beet am Nymphenbrunnen darauf, noch etwas verschönert zu werden. Genug Pflanzen hatten wir ja noch von unseren Exkursionen durch die Grüngutcontainer diverser Augsburger Friedhöfe. Also rein damit.

Ich musste auch mal nachschauen, was meine Pflanzung in der Frölichstraße gegenüber der Polizei macht. Die Traubenhyazinthen machen sich meiner Meinung nach vorzüglich in diesem Pflanzkübel.

01.05.2016 Tag der Arbeit auf dem Friedhof

So viel kommt zusammen, wenn man in den Abfallcontainern eines Friedhofs nach verwertbaren Blumen sucht. Und wir haben es noch nicht einmal geschafft, alles mitzunehmen, weil's so viel war.

08.05.2016 Sag's mit Primeln (Am Nymphenbrunnen)

Von selbst kommt der Hundebesitzer ja nicht darauf, dass, wenn man immer auf die selbe Stelle pisst, irgendwann alles verbrennt, weil Urin nun mal ein sehr sehr scharfer Dünger ist. Deshalb ist heute der Tag der roten Primeln. Mal sehen, ob der Hund jetzt seinen Urin besser verteilen darf.

09.05.2016 Der vorläufige Abschluss

Wohin nur mit den ganzen Blumen? Ach ja, da war ja noch eine Ecke an der Wertachbrücke. Also nix wie los, mit der Schubkarre die ganzen Pflanzen hingefahren und eingegraben, was für mich erst mal das vorläufige Ende dieser Aktion bedeutete. "Bahçe" ist übrigens türkisch und heißt "Garten".

18.05.2016 Der Günsel, die Karde und die Zwiebeln

Der Günsel mit seinen blauen Blüten und die Karde, die in einigen Wochen mit ihren stacheligen Blütenringen die Hummeln und Bienen anzieht, kommen einigermaßen gut mit den widrigen Bedingungen des Beetes am Nymphenbrunnen klar. Jahrzehntelang wurde das Beet vernachlässigt und der ganze Humus regelmäßig von den Laubbläsern der Stadt entfernt, weshalb ich jetzt dem Boden wieder Humus zuführen muss, um ihn fruchtbarer zu machen. Dazu nehme ich Rasenschnitt und auch die abgefallenen Kastanienblüten, die ich massenweise um den Nymphenbrunnen herum zusammen fege.

Auch die Wiesen um den Nymphenbrunnen herum sehen nicht besser aus. Der Boden ist verdichtet, humusarm, artenarm und für Insekten eher eine grüne Wüste, auf der kein Futter zu finden ist. Deshalb habe ich auch hier wenigstens ein paar Gänseblümchen und Zwiebeln von Frühjahrsblumen gepflanzt, damit die Insekten wenigstens vor der ersten Mahd noch ein paar Pollen zu essen haben.

22.06.2016 Das Stroh als Unterlage für die Erdbeeren

Heute habe ich aus dem Keller das Stroh gerettet, was vor ein paar Tagen feucht wurde, weil Wasser in den Keller eindrang. Die beste Methode, feuchtes Stroh, welches zu verschimmeln droht, sinnvoll einzusetzen ist, es unter die Erdbeeren zu verteilen, damit die Erdbeeren eine saubere Unterlage haben. Am Nymphenbrunnen habe ich letztes Jahr eine Menge Erdbeerpflanzen in dem Beet, welches ich ehrenamtlich bewirtschafte, eingepflanzt. Fast zwei Jahre habe ich gebraucht, bis der Boden etwas besser geworden ist. Unmengen von Humus habe ich dort schon verteilt, so wie heute auch noch zusätzlich den Rasenschnitt aus unserem Garten. Da werden die Regenwürmer ein Festmahl veranstalten. Trotzdem sind noch viele weitere Maßnahmen notwendig.

06.07.2016:

Ich bin ein absoluter Fan von Stockrose und Fingerhut, welche ich deshalb auch am Nymphenbrunnen installiert habe. Sie blühen jetzt:

10.07.2016

In der Frölichstraße gegenüber der Polizei blüht nun auch die Stockrose, die ich im letzten Jahr zusammen mit den blauen Traubenhyazinthen, die jetzt schon verblüht sind, eingepflanzt habe:

13.07.2016 Die Aufkleber

Seit einigen Monaten habe ich mein Portfolio um eine weitere Dienstleistung ergänzt. Die vielen tausend Aufkleber, die nicht nur in Augsburg an Laternen, Dachrinnen, Ampeln oder sonstigen öffentlichen Einrichtungen angebracht sind, wurden größtenteils aus Kunststoff hergestellt. Nach einiger Zeit verwittern diese Aufkleber (z.B. durch Sonneneinstrahlung) und tragen dazu bei, als Mikroplastik in die Umwelt zu gelangen. Um den Schadstoffeintrag zu verringern habe ich bei kilometerlangen Spaziergängen bereits etwa 2000 dieser Aufkleber entfernt und der Wertstoffsammlung zugeführt. Leider sind sich die Aufkleber-Kleber nicht bewusst darüber, welchen Schaden sie dabei anrichten, so dass manche sogar öffentlich dazu aufrufen, "fröhlich" zu kleben, wie man hier links an dem Screenshot erkennen kann. So lange man diese Aufkleber nur an seine eigene Wohnungstüre klebt, ist alles in Ordnung, aber wie man an den Fotos in der Kommentarspalte sehen kann, werden diese Aufkleber offensichtlich an öffentlichen Einrichtungen angebracht, was nicht nur eine Umweltverschmutzung, sondern laut § 303 StGB eine Straftat darstellt, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft werden kann. Aber ich gehe mal davon aus, dass sich die Verantwortlichen auch darüber nicht bewusst sind. Apropos Verantwortung, damit diese Leute auch nur ja keinerlei Verantwortung übernehmen müssen, deklarieren sie ihre Demo wie folgt: "Es handelt sich nicht um eine genehmigungspflichtige Demonstration, sondern um eine Gruppe von Radfahrer/innen, die gemeinsam durch die Stadt fahren. Daher gibt es weder eine/n Veranstalter/in noch eine/n Ansprechpartner/in für die Behörden". Wie man am Bild unten sieht, steht dort eindeutig "FahrradDemo", so viel zum Thema "Verantwortung übernehmen" ...

So hilft man der Umwelt, einfach fröhlich den Plastikmüll abreißen und entsorgen. Vielen Dank!

19.08.2016 Aufkleber und Wertachufer

Heute habe ich mal wieder eine Plastikaufkleberabreißaktion durchgeführt, bei der bei weitem mehr als 100 Aufkleber der Mülltonne zum Opfer fielen. Ich habe dabei nur noch 6 Aufkleber der Fahrraddemo, die wegen der Verantwortungslosigkeit der Veranstalter keine Fahraddemo ist, gefunden. Offenbar geht den Plastikmüll-Fetischisten der "Critical Mass" das Material aus ...

Später bin ich, mit meiner Kamera bewaffnet, noch einmal zur Wertach zwischen Ackermannbrücke und Tierheim gegangen, um das, was ich neulich dort gesehen habe, zu dokumentieren. Nachdem ich schon mehrmals dort aufgeräumt habe, sieht es mittlerweile in den Naturflächen wieder so aus:

Ich habe dann auch gleich angefangen, aufzuräumen, aber gegen Mitternacht hatte ich dann genug davon. Immerhin sind dabei schon einige Tüten aus dem Gebüsch verschwunden, die ich zur Abholung durch die AWS an der Ackermannstraße bereitgestellt habe. Aber ich bin noch lange nicht fertig.

So viel kam bis Mitternacht zusammen:

20.08.2016 Am Wertachufer ist noch viel Arbeit übrig

Gestern im Dunklen habe ich mich nicht die Böschung hinunter getraut, weil die so steil ist und ich abstürzen könnte. Außerdem hätte ich sowieso nichts gesehen und war dann auch zu müde, deshalb habe ich mich heute mit der Kamera auf den Weg gemacht, um die Impressionen vom Wertachufer auf meine Speicherkarte zu bannen, damit ich Ihnen zeigen kann, um welche Dimensionen es geht. Nicht nur die Alkoholiker, die dort ständig sitzen (und offenbar den Großteil des Mülls produzieren), auch Kleingärtner laden ihren mit Plastik versetzen Kompost dort ab, Bauarbeiter, die keine Lust hatten, ihre Teerbrocken und anderen Bauschutt regulär zu entsorgen, Leute, die große Mengen an Kinderspielzeug die Böschung hinunter warfen und zu guter letzt irgendwelche Heroinabhängigen, die regelmäßig ihre gebrauchten Spritzen am Ufer liegen lassen. Zum Vergößern auf die Bilder klicken:

Auch um die nahegelegene Tankstelle herum sieht es im Gebüsch auch nicht besser aus:

Apropos Tankstelle, vor etwa 6 Wochen habe ich schon mal eine ähnliche Aktion durchgeführt und einen riesigen Müllhaufen auf der städtischen Freifläche zwischen Tankstelle und Kreuzung deponiert. Die Tankstellenpächterin hatte daraufhin die Polizei alarmiert, weil sie "mit dem Müll nicht in Verbindung gebracht werden wollte". Die Polizisten kündigten an, mir deswegen eine Anzeige zu schreiben, wofür, konnten oder wollten sie mir aber nicht sagen. Ich habe ihnen gesagt, dass sie das gerne tun können, wenn sie sich lächerlich machen wollen. Plötzlich kam sogar ein Lastwagen der Stadtreiniger, um den Haufen in Windeseile aufzuladen. Also wenn der Müll an der Wertach liegt, ist es denen 30 Jahre lang völlig Wurst, wie ich an den dortigen Fundsachen im Jahr 2014 schon gesehen hatte. Dann sieht man sie wieder ein ganzes Jahr lang nicht dort und in der Zwischenzeit sind dann schon wieder regelrechte Müll-Hochgebirge aufgetürmt, aber wenn man zwei Stunden lang aufräumt und sich abzeichnet, welche Versäumnisse der Stadt durch das Aufhäufen des Mülls zutage treten, können sie plötzlich in Sekundenschnelle da sein. Übrigens hat mir die Stadt mitgeteilt, dass sie am Wertachufer gar nicht zuständig sei, sondern das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth, nachdem ich letztes Jahr per EMail angeregt hatte, wenigstens einen Mülleimer dort aufzustellen, wo immer die Partyleute sitzen. Als wenn die von der Behörde in Donauwörth jemanden losschicken würden, um den Müll am Ufer aufzuräumen, den Augsburger Bürger dort hinein werfen. Da lachen ja die Hühner. Zwischenzeitlich könnte die Zuständigkeit sogar auf das Land Bayern übergegangen sein. Herr Erben rangelt noch mit diesen beiden Behörden wegen der Verteilung der Kosten für die Beseitigung des Mülls. Übrigens habe ich bis heute immer noch keine Anzeige der Polizei bekommen. Die Leute von der Tanke haben zu mir damals gesagt, dass ich es ja oben an der Kreuzung hätte machen können, dann hätten sie mir sogar geholfen. Also diesmal haben sie mich ja eine ganze Weile dabei beobachten können, wie ich den Müll von der Wertach zur Kreuzung trug, aber keiner ist mir zu Hilfe gekommen. Wie sehr mir dieses inhaltsleere Gesülze mittlerweile auf den Senkel geht ...

21.08.2016 Es geht weiter

Gestern abend und heute nachmittag habe ich noch einmal an der Ackermannbrücke angegriffen und dabei u.a. etwa 400 Kronkorken aus dem Boden gekratzt, die schön festgetreten waren. Der Müllhaufen, den ich an der Ecke Ackermann-/Holzbachstraße wachsen lasse, wird langsam größer ...

22.08.2016 Die Nacht der Igel und der Sonnenaufgang

Seit zwei Wochen haben wir ein neues Hobby: ---> Igel zählen. Hier eine kleine Information aus der ---> Igel-Website: "Der Bayerische Rundfunk und der Landesbund für Vogelschutz haben im Frühjahr 2015 ein großangelegtes, gemeinsames „Citizen-Science-Projekt“ gestartet. Bürgerforscher sollen helfen, Daten zu erfassen, um herauszufinden, wie es dem Igel in Bayern geht."

Also wenn Sie in Bayern wohnen und nachts nicht schlafen können, raus mit Ihnen und ---> zählen.

Oft hatten wir auch die Kamera bei unseren nächtelangen Spaziergängen dabei. Natürlich will ich Ihnen die dabei entstanden Schnappschüsse nicht vorenthalten. Vorhang auf für die Nachtaktiven:

Nachdem wir halb Göggingen erwandert hatten, um zwei Igel zu finden, ging plötzlich die Sonne auf:

Da erschienen sie uns plötzlich, die zwei Stockrosen in einem Blumenkübel an der Wellenburger Straße. Letztes Jahr hatten wir hunderte Stockrosensamen im gesamten Stadtgebiet verteilt, u.a. auch in diesem Blumenkübel, weil er so vernachlässigt und traurig aussah und weil bei so einem vernachlässigten und traurigen Blumenkübel die Chance besteht, dass weder die Stadt noch irgendjemand sonst die Blumen abmäht oder herausreißt und sie somit wochenlang einiges an nötigem Futter für Bienen, Hummeln und andere Insekten liefern können. Wir hatten ihn schon fast vergessen. Eine hat schon ein paar Blüten geöffnet, bei der anderen dauert es noch ein paar Tage:

23.08.2016 Bombenstimmung

Gestern Nacht konnte ich mal wieder nicht schlafen, da bin ich halt kilometerweit durch die Stadt gelaufen und habe links und rechts alles aufgehoben, was Menschen dort fallen gelassen haben. Um Mitternacht kam ich am Rathausplatz vorbei, wo sich immer noch eine Menge Leute aufhielten. Es herrschte Bombenstimmung, wie man an der Lautstärke der dort Feiernden gut erkennen konnte. Ich fing da an, wo keine Leute saßen. Es war gar nicht so einfach, die Kronkorken und Kippen aus den Kopfsteinpflasterritzen heraus zu kratzen, aber es ging eigentlich ganz gut voran. Dieser Kleinmüll bleibt regelmäßig in den Ritzen, weil die Maschinen und Besen der Stadtreiniger das gar nicht schaffen können und bilden dann zusammen mit den Unmengen an Plastikaufklebern, die irgendwelche Schlaumeier auf die Pflastersteine geklebt haben, einen bizarren Kontrast zur wunderschönen Renaissancearchitektur des nebenan stehenden Rathauses. Als dann die Leute nach und nach gingen, war das ganze Ausmaß der Vermüllung zu erkennen. Buchstäblich sah es aus, als wenn eine Bombe eingeschlagen hätte, weil auch wirklich keine Sau seinen Dreck mitnimmt. Vier Stunden habe ich gebraucht, um große Teile des Platzes zu reinigen, wobei ich den Augustusbrunnen und die nähere Umgebung vollständig von allem Unrat befreite, weil es dort am schlimmsten aussah. Also wenn ich die Stadt wäre, würde ich nicht jeden Morgen um fünf Uhr alles beseitigen, sondern mal eine oder zwei Wochen gar nicht reinigen, damit die Bevölkerung mal sieht, was für Schweine abends dort sitzen und vor allem was sie der Allgemeinheit an riesigem Aufwand und großen Kosten verursachen.

Übrigens hat die Stadt jetzt eine neue Methode gefunden, unter den Bänken und auf den Stufen des Augustusbrunnens zu fegen. Mit einem kleinen Tankauto wird der Müll mit Unmengen Wasser aus Düsen bepritzt, damit man dann mit einem Kehrbesenauto nebenan den dort hin gespritzen Müll wegfegen kann. Das geht zwar schnell, aber auf der einen Seite hat man da wieder einen Mann wegrationalisiert (wobei ich nicht weiß, ob das Auto, der Sprit und der Mann auf dem Auto insgesamt nicht genausoviel kosten), der unter den Bänken fegen könnte, auf der anderen Seite ist so eine Wasserverschwendung, die regelmäßig und täglich stattfindet, total ökologisch. (Ironie aus).

24.08.2016 Fünf Igel

Gestern Nacht waren wir wieder stundenlang unterwegs und haben insgesamt fünf Igel gezählt. ;-)

25.08.2016 Stadtrundgang

Gestern Nacht war ich wieder viel unterwegs, um einigen Müll aus allen möglichen Grünflächen zu holen, damit es in Augsburg etwas gemütlicher und lebenswerter wird. Ohne Müll siehts schöner aus.

26.08.2016 Spaziergang in Bärenkeller

Laut Igelkarte gibt's in Bärenkeller nicht sehr viele Igel. Das wollten wir widerlegen und fanden nach sehr langer Suche sogar einen im Spechtweg 1, den wir auch gleich in der Karte eingetragen haben.

29.09.2016 Bei Nacht und Nebel

Bei Nacht und Nebel arbeite ich am liebsten, da wird man am wenigsten gestört, man wird auch nicht von der Polizei wegen "illegaler Müllablagerung" behelligt und der Kontrast am nächsten Morgen überrascht viel mehr. Am Wittelsbacher Park habe ich mal meine neue Sammelstelle eingerichtet:

Diesmal habe ich mein Kunstwerk "Mami, du kannst jetzt aufräumen" genannt und es besteht, wie immer, aus Dingen, die gewisse Saubären in die Natur schmeißen und die ich wieder dort heraushole.

30.09.2016 Mami war wieder da

Huch, der ganze Krempel war abends plötzlich verschwunden, als ich weiter machen wollte. Vielen Dank an die AWS für den prompten Service. Natürlich liegt immer noch genug herum, weshalb der Haufen schnell wieder zu einem mittleren Hügel anschwoll. Aber wenn ich mich so umschaue, muss ich schon sagen, dass innerhalb von fast drei Jahren der Müllpegel in Augsburg rapide gesunken ist. Ich kann mich noch erinnern, dass ich im Jahr 2014 keinen Meter gesehen habe, wo nicht irgendein Müllberg herumlag, heute muss ich schon einige Meter laufen, um das nächste Teil zu finden. Super! An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei denjenigen bedanken, die ihren Müll nicht mehr überall herumschmeißen und die vielen kleinen und großen Hände und Herzen, die ihn aufheben.

23.10.2016 Ecken ausfegen

Trotz des enorm zurückgegangenen Müllpegels in der Stadt gibt es immer noch viele Ecken, wo es noch einiges wegzuräumen gibt. Im Wittelsbacher Park habe ich deshalb in den letzten Tagen einige Stunden investiert, um der Natur zu helfen. Dabei kam wieder einiges zusammen, was ich dann in und an den Mülleimern in der Nähe deponierte. Natürlich gibt es immer noch Unverbesserliche, die meinen, die Umwelt wäre dazu da, dass sie sie mit ihrem Müll überall verschandeln können. So ist z.B. jedes Mal, wenn der K-Klub neben der Kongresshalle geöffnet hatte, wieder rundherum alles zugemüllt. Vor ein paar Wochen, als ich nachts nicht schlafen konnte, bin ich dort einmal spazieren gegangen und habe gesehen, wie dutzende von aggressiven Besoffenen dort herumgebrüllt und sich geschlagen haben. Ich habe mich gefragt, was das im Umfeld des Clubs wohl für feine Leute sein müssen, die überall hin kacken, pissen und kotzen, ihren Müll verteilen und sich bis morgens um sechs Schlägereien in der Öffentlichkeit liefern müssen. Als ich jung war, habe ich um solche Spelunken einen großen Bogen gemacht, weil ich auf so etwas keine Lust hatte. Es scheinen ähnlich geartete Menschen zu sein wie die, die das Modular-Festival besuchen, aber sie könnten sich ruhig ein wenig besser benehmen.

31.10.2016 Am Parkhaus

Die letzten Tage war ich damit beschäftigt, im Wittelsbacher Park neben dem Parkhaus den ganzen Müll aus dem Gebüsch zu holen. Offenbar haben die Bauarbeiter, die auf der Baustelle von Herrn Spielberger gearbeitet haben, versucht, so viel Styropor wie möglich in der Natur zu verteilen und ich muss sagen, dass sie sehr erfolgreich waren. Das Ganze war dann noch garniert mit Weintüten und ein bisschen Menschenkaka. Es trifft sich gut, dass ich vom Bauernhof komme und keine Angst vor Kaka habe. Auf den Fotos können Sie eine unbearbeitete und eine bearbeitete Fläche sehen. Die kleinen grünen Pflänzchen mit den länglichen Blättern sind Fingerhut-Zöglinge aus eigener Zucht. ;-)

Unbearbeitet:

Bearbeitet:

23.11.2016 Das langweiligste Video der Welt

Rolf aus Köln hat mich gefragt, warum ich bei Facebook nicht mehr von meinen Aktionen ins Netz stelle. Warum ich das nicht gerne mache, habe ich versucht, ihm im folgenden Video darzulegen:

29.12.2016 Abschlussarbeiten

Vor drei Tagen habe ich am Nymphenbrunnen am alten Fernmeldeamt noch einmal angegriffen und viele Dutzend Zwiebeln in den Grünflächen eingegraben, so dass es im Frühjahr bunt werden kann. Natürlich kann es die Stadt nicht lassen, die Grünflächen mit schweren LKW's platt zu fahren. :-(

Im langen Beet an der Mauer warten Fingerhüte, Stockrosen, Günsel und vieles andere auf 2017 ...

An der Wertachbrücke sieht es wieder krass aus, deshalb greife ich im Frühjahr 2017 noch mal an.